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Der Goldene Schnitt und Fotografie, Teil I: Goldene Spirale
Brenden Joel Reid

Teil II

Der Goldene Schnitt (auch Stetige oder  Göttliche Teilung genannt) ist ein schon in der Antike bekanntes  Teilungsverhältnis, das uns den Parthenon, die Pyramiden und die Mona  Lisa brachte und das nach wie vor mit seinem unerklärlichen, ästhetischen Appeal besticht.
Von DaVinci bis Seurat, hatte der  Goldene Schnitt einen bedeutenden Einfluss auf die menschliche  Kreativität für Tausende von Jahren. In diesem Artikel besprechen wir  nun, wie die Anwendung dieser antiken Formel auf Ihre Fotos diese in  echte Kunstwerke verwandeln kann.

Eine  kurze Vorgeschichte des Goldenen Schnitts

Der Goldene  Schnitt ist ein Größenverhältnis, das zahlreichen Entwicklungsformen in  der Natur zugrunde liegt - von der Spirale der Nautilusmuschel bis zu  den Blütenblättern der Sonnenblume, taucht es in vielen Dingen auf, die  wir als schön empfinden.

Von den  alten Griechen entdeckt und durch den griechischen Buchstaben PHI  dargestellt, repräsentiert der Goldene Schnitt die irrationale Zahl 1.618. Seine Anwendung geht zurück auf die alten Ägypter und Griechen,  die es im Bau von Tempeln und Pyramiden einsetzten. Künstler und  Architekten verwendeten dieses Verhältnis zu allen Zeiten bei Aufbau und Zusammensetzung ihrer Gebäude, Gemälde und auch Fotografien, um ihren  Werken ein Gefühl der natürlichen Ordnung und Schönheit zu vermitteln.

Das  Teilungsverhältnis wird in den Fibonacci-Zahlen dargestellt: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 usw., wobei jede nachfolgende Zahl nach 1 gleich der Summe der beiden vorhergehenden Zahlen ist. Das dabei entstandene  Verhältnis ist - 1:1.618 - der Goldene Schnitt. Das Verhältnis von BC  zu AB ist das Gleiche wie von AB zu AC. Wenn Sie jedes kleinere Rechteck noch einmal mit dem gleichen Verhältnis dividieren und die Ecken  verbinden, erhalten Sie eine logarhytmische Spirale (wie hier in Schwarz dargestellt).
 

                                                                  meanie  Der “Goldene Schnitt” - die “Goldene Spirale”

Eine Struktur oder Anordnung, die dieser Regel folgt, wird als  harmonisch empfunden. Die Gründe hierfür werden von der Wissenschaft  noch nicht ganz verstanden. Manche glauben, dass dieses Verhältnis in unser DNA kodiert ist.

Der Goldene Schnitt, die Dreiteilungs-Regel und die Fotografie

Fotografen  kennen und gebrauchen die Dreiteilungs-Regel (oben in farbigen Linien  angezeigt), verwechseln diese jedoch oft mit dem Goldenen Schnitt (oben  in schwarzen Linien angezeigt). Obwohl die beiden viel Ähnlichkeit aufweisen, so ist die Dreiteilungsregel jedoch vereinfacht und weniger  präzise in der Dreiteilung als der Goldene Schnitt.

Die von dem  goldenen Schnitt geschaffenen Rechtecke wiederholen und vergrößern sich. Hierdurch bieten Sie flüssigere Richtlinien zum Aufbau eines Bildes.

Wenn Sie den Pfad der goldenen Spirale in Ihren Fotos ungefähr duplizieren, werden  Sie über die Ergebnisse staunen. Im Gegensatz zur statischen  Dreiteilungsregel formt die goldene Spirale eine flüssige Linie für das  Auge durch das Bild.

Diese Art  von Zusammensetzung lädt den Blick des Betrachters entlang einer spiralenförmigen Linie in das Bild ein, wobei eine symmetrische visuelle Strömung entsteht, die einen überzeugenden harmonischen Gesamteindruck  ergibt.

Beginnen Sie damit das Objekt (oder den Blickpunkt) Ihres Fotos in das untere Ende  der Spirale zu platzieren. Die anderen Elemente des Bildes sollten  ungefähr dem Pfad der Spirale folgen, ganz unabhängig davon, ob das  Objekt ein Zaun, ein Strand, ein Gewässer, eine Bergkette, eine  Baumreihe oder eine Ansammlung von Menschen ist.

Obwohl sich  die goldene Spirale am besten für Landschaftsaufnahmen eignet, wobei  sich lange und dramatische Linien abzeichnen, so kann sie auch in der  Porträtfotografie und bei Nahaufnahmen effektiv sein (siehe unten).

Vergessen  Sie nicht, dass die goldene Spirale innerhalb des Bildes gedreht oder  auf den Kopf gestellt werden kann, um Ihre Bilder in der Zusammensetzung vielfältiger zu gestalten. Und haben Sie keine Angst auch mal eine  Regel zu verletzen, wenn hierdurch die Kreativität und Originalität  erhöht werden können.

In dem  nachfolgenden Foto unseres Abonnenten Chris Ganes aus Manly, NSW,  Australien, wurde der Blickpunkt in die Mitte der Spirale gesetzt, das  Foto behält jedoch seine Symmetrie und seinen ästhetischen Anreiz. Der  Blick des Betrachters wird als erstes auf das Auge gelenkt und dann  entlang der Schnauze und des Kopfes zu den Pfoten.

                                            Croppedcat-overlay-small                                                   Croppedcat-small

Der Blickpunkt ist besonders stark ausgeprägt und gut eingerahmt. Die goldene Spirale wurde etwas gestutzt, so dass nicht die gesamte Kurve zum Ausdruck kommt ~ dies trägt jedoch  zur Intensität des Bildes bei.

Der Fotograf hat hier ein gutes Beispiel von sich wiederholenden Mustern gegeben:  Das Ende des Schwanzes und die Pfote der Katze sind parallel und betonen den Eindruck von Bewegung, der von der Kurve der Spirale geschaffen  wird.

Obwohl das  Verhältnis nicht exakt ist, so sieht es doch gut aus und kann leicht auf Ihre eigenen Digitalfotos angewendet werden, ohne dass Sie komplizierte mathematische Berechnungen anstellen müssen. Wenn das Prinzip der  goldenen Spirale verstanden wurde, ist es einfach intuitiv anzuwenden.

                                         goldener_schnitt                   goldener_schnitt_2 

Auch an diesem zweiten Beispiel lässt  sich die Spirale sehr gut verfolgen und macht das Foto interessanter.

 

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